Eigenprojekt
Konzept
KI-Kampagne
Branding
VALENCE
Chemie, sichtbar gemacht.
Ein spekulatives Duftmarken-Konzept, das Parfümerie, Chemie und generative AI als eine einzige Designdisziplin behandelt.
Die Idee
Jeder Duft ist, unter der ganzen Vermarktung, eine Formel, eine Handvoll echter Moleküle mit echten Formen, echten Bindungen, echter Geometrie. Valence geht von genau dieser Tatsache aus, statt sie zu verstecken. Statt eine visuelle Identität zu erfinden und zu hoffen, dass sie "wissenschaftlich" wirkt, entsteht die gesamte Markenwelt (Kampagnenbilder, Verpackung, Bewegtbild) direkt aus der echten Molekülstruktur der jeweiligen Leitstoffe.
Der Name trägt das Konzept schon in sich: In der Chemie beschreibt Valenz die Bindungsfähigkeit eines Atoms. In der Psychologie beschreibt Valenz die emotionale Ladung eines Gefühls. Die Marke sitzt genau an dieser Schnittstelle, der Idee, dass Anziehung, Erinnerung und Verlangen am Ende auch nur Moleküle sind, die zueinanderfinden.
Die drei Düfte
Jeder Duft der Linie basiert auf echten, überprüfbaren Molekülen, keine austauschbare Marketingsprache, sondern reale Chemie, abgeglichen mit PubChem und aus den tatsächlichen SMILES-Strukturen gerendert.
Citrine — Limonen, Citral, Geraniol. Hell, zitrisch, energiegeladen. Cutis — Ambroxid, Vanillin, Cumarin. Warm, harzig, hautnah. Petrichor — Geosmin, cis-3-Hexenol, Linalool. Geosmin ist wortwörtlich das Molekül, das für den Geruch von Regen auf trockener Erde verantwortlich ist, der Duft hat der ganzen Linie seinen Namen quasi vorweggenommen.
Prozess
Das Projekt bewegte sich konsequent in eine Richtung: von echten Daten zum Bild, nie umgekehrt.
Die Molekülgeometrie wurde in RDKit berechnet und validiert. Daraus entstanden präzise 2D-Bindungsdiagramme und 3D-Konformere für alle neun Leitmoleküle. Diese Koordinaten wurden zum Ausgangspunkt für alles Weitere: generative Kampagnenmuster, die algorithmisch aus den echten Bindungsgraphen gebaut wurden, und ein selbst geschriebener, physikalisch korrekter Path-Tracer (komplett in Python, mit Fresnel-Reflexion, Lichtbrechung im Glas und Beer-Lambert-Absorption), der die Moleküle als Glas-Skulpturen rendert, als keine 3D-Software zur Verfügung stand.
Von dort aus wurden die Molekül-Renderings zur Bildreferenz für AI-Bildgenerierung. Erst als abstrakte Kampagnenvisuals, dann eingebunden in Produktfotografie, Bewegtbild-Prompts und Verpackungskonzepte. Das Flakon-Design selbst durchlief einen langen, ehrlichen Iterationsprozess: von farbcodierten Glasskulpturen über mehrere strukturelle Studien (facettierte Kristallformen, verschmolzene Glascluster, eingeschlossene Farbkerne) bis zur finalen Richtung. Eine einzige, ruhige Silhouette aus klarem Glas mit einer polierten Chromkugel, unterschieden nur durch die Farbe der Flüssigkeit im Inneren. Reduktion statt Dekoration wurde zum roten Faden.
Was das Projekt zeigt
Valence ist kein fertiges Marktprodukt, es ist ein Konzeptnachweis für eine bestimmte Arbeitsweise: AI nicht als Abkürzung zum hübschen Bild zu behandeln, sondern als Werkzeug, das in jedem Schritt in echten Daten, echter Materiallogik und echtem gestalterischem Denken verankert bleibt. Molekülchemie, generative Bildsysteme, Verpackungsdesign und AI-gestützte Kampagnenproduktion, zusammengehalten von einer durchgängigen Idee vom ersten Entwurf bis zum finalen Flakon.
Benutze KI Tools: Flora, Kive, Midjourney, Claude






