Konzeptionelle Arbeit
Was bleibt, wenn dem Gedächtnis nicht mehr zu trauen ist?
An Unreliable Archive erforscht das instabile Territorium von falsch erinnerten Erfahrungen, fragmentierten Erinnerungen und ererbten Narrativen. Durch fragmentierte Bilder, verzerrte Fotografie und unterbrochene Typografie untersucht das Projekt Erinnerungen, die sich emotional wahr anfühlen, während sie sich faktischer Sicherheit entziehen.
Manche Momente kehren nur in Fragmenten zurück. Ein Satz, der so oft wiederholt wurde, dass er sich persönlich anfühlt. Ein Gesicht, das ohne Kontext erkannt wird. Ein Ort, der durch Atmosphäre eher als durch Chronologie erinnert wird. Die Arbeit bewegt sich durch diese Inkonsistenzen und besetzt den liminalen Raum zwischen Erinnern und Konstruieren, Gewissheit und Zweifel.
Das Archiv hier weigert sich, stabil zu sein. Bilder werden zu unzuverlässigen Zeugen; Sprache zögert, wiederholt sich, widerspricht sich selbst. Fragmente sammeln sich ohne Auflösung an, reflektierend die Art und Weise, wie sich Erinnerung über Zeit neu arrangiert — bearbeitet, verzerrt und manchmal erfindet.
Getrieben von dem Wunsch, der Wahrheit näher zu kommen, anerkennt An Unreliable Archive gleichzeitig deren Unmöglichkeit. Was stattdessen entsteht, ist etwas Unvollständiges, doch zutiefst Menschliches: der fragile Versuch, einen Vergangenheit zu verstehen, die sich ständig unter uns verschiebt.


